Heidelberger Institut für Theoretische Studien

"Villa Reiner" Schloß-Wolfsbrunnenweg Heidelberg

Die "Villa Reiner" (Nr. 35) zählt mit der "Villa Bosch" (Nr. 33) und der "Villa Schmeil" (Nr. 29) zu den größten Villenanwesen am Schloss-Wolfsbrunnenweg in Heidelberg.
Die "Villa Reiner" wurde 1916 vom Textilhändler Reiner für seine Frau erbaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg dienten die Villen zunächst den amerikanischen Streitkräften als Unterkunft für hochrangige Militärs, danach einige Jahre Heidelberger Unternehmen als Firmensitz. Bis vor wenigen Jahren war die Deutsche Telekom im Besitz der "Villa Reiner". Ab 1990 wurde sie von der Eurescom GmbH genutzt, die ab 1995 auch einen Erweiterungsbau errichtete. Vor einigen Jahren erwarb das Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS) das Anwesen und gestaltete Villa und Erweiterungsbau um. Heute ist im Erweiterungsbau das HITS untergebracht, die "Villa Reiner" wird auch als Standort für die EML European Media Laboratory GmbH genutzt, ein Forschungsunternehmen im Bereich der Sprachtechnologie. Die Klaus Tschira Stiftung ist alleinige Gesellschafterin des HITS. 
Ziel umfassender Sanierungsarbeiten von Oktober 2008 bis Juni 2010 war, den Charakter der ursprünglichen Bebauung wiederherzustellen. Hierzu gehören vor allem die Freistellung und denkmalgerechte Sanierung der "Villa Reiner" um funktional optimale Bedingungen für zukunftsweisende Arbeitsplätze junger, engagierter Forscher aus aller Welt zu schaffen. Insgesamt sollten in Villa und Institutsgebäude ca. 150 Arbeitsplätze integriert werden.
Die vorhandene Ausstattung des Gebäudes wurde den zeitgemäßen Anforderungen an ein energiesparendes Gebäude entsprechend aufgerüstet. So erfüllt das Gebäude heute allerhöchste Ansprüche an Energieeffizienz und Komfort.

 

Historische Hintergründe zum Schloß-Wolfsbrunnenweg

Blick auf die "Villa Reiner" und das "Pförtnerhaus" vom Schloß-Wolfsbrunnenweg HeidelbergDer Schloß-Wolfsbrunnenweg ist eine Straße in Heidelberg, die oberhalb des weltberühmten Heidelberger Schlosses beginnt und auf einer Höhenstufe entlang des Neckartals nach Osten bis zum Wolfsbrunnen im Heidelberger Ortsteil Schlierbach verläuft.
Der Weg wurde vermutlich seit dem Anbeginn der Besiedlung genutzt. Er bildete auch einen nordöstlichen Zugang zum Heidelberger Schloss und wurde daher bereits früh mit Schanzen gesichert, deren Namen sich noch in Flurnamen erhalten haben. Noch im 18. Jahrhundert kam dem Schloß-Wolfsbrunnenweg als Verkehrsweg eine große Bedeutung zu, da sich damals am Neckarufer, wo heute die Verkehrsadern fließen, nur ein schmaler Saumpfad befand und man Lasten auf Wagen auf dem Höhenweg transportieren musste.
Die Bebauung entlang des Weges erfolgte von Westen, also vom Heidelberger Schloss aus in Richtung des Stadtteils Schlierbach. Zu den ersten Gebäuden zählte das um 1875 errichtete, aber 1919 abgebrannte Hotel Bellevue im Anschluss an den Schlossgarten. Die Bebauung des Weges mit Wohnbauten setzte erst nach 1900 ein. Der Biologe Otto Schmeil gehörte 1908 zu den Ersten, die hier mehrere nebeneinander gelegene Obst- oder Weingärten erwarben und diese zu einem großen Baugrundstück vereinten. Später haben viele bekannte Persönlichkeiten in dieser Gegend gewohnt, so beispielsweise der Industrielle Carl Bosch, der Architekt und Rüstungsminister Albert Speer und die erste Ehrenbürgerin von Heidelberg, Anna Blum. Als man um 1900 mit dem Bau von Gebäuden am Schloß-Wolfsbrunnenweg begann, waren die Hänge des südlichen Neckarufers überwiegend noch mit Obst- und Weingärten kultiviert, die dort schon Jahrhunderte bestanden und zu beiden Seiten des Weges lagen. Der einst wegen seiner Aussicht ins Neckartal gerühmte Weg hat seitdem jedoch durch die Häuser und den in den oft parkartigen Gärten gewachsenen Bestand an hohen Waldbäumen größtenteils seine Aussicht eingebüßt. Das Neckartal ist nur noch an wenigen Punkten vom Schloß-Wolfsbrunnenweg aus zu sehen. Als letzte größere Streuobstwiese verblieb die sogenannte Boschwiese bei der Villa Bosch.
Nach dem Zweiten Weltkrieg waren die Gebäude am Schloß-Wolfsbrunnenweg für mehrere Jahre von der US-Armee besetzt, die dort höhere Offiziere einquartierte. Auch nach der Rückgabe der Gebäude an die Eigentümer blieben einige US-Militärs als Mieter dort wohnen. Darunter der US-General Frederick J. Kroesen, der auf einer der Hangstraßen vom Neckartal zum Schloß-Wolfsbrunnenweg im Jahr 1981 zum Anschlagsziel der RAF wurde.
Aufgrund der exklusiven Lage mit zahlreichen denkmalgeschützten Villen in der Nähe zum Heidelberger Schloss gehört der Schloß-Wolfsbrunnenweg zu den attraktivsten (und teuersten) Wohngebieten Heidelbergs. Im Schloß-Wolfsbrunnenweg befinden sich heute u. a. die Klaus Tschira Stiftung gGmbH in der Villa Bosch, das Carl Bosch Museum Heidelberg sowie das Museum am Ginkgo.

Quelle: Wikipedia

 



Kurznavigation: Datenschutz Impressum Suche